Wie die Digitalisierung den Arbeitsmarkt verändert

  • Veröffentlicht von Telesense Kommunikation
  • - 3. November 2016

Für höher qualifizierte und Hochschulabsolventen bedeutet der zunehmende Einsatz der digitalen Techniken (Digitalisierung) durchaus gute Berufschancen. Umso niedriger die Bildungsschicht, desto schwärzer werden die Berufsaussichten. Denn selbstfahrende Fahrzeuge, intelligente Lagersysteme, denkende Maschinen und eine internetbasierte Verwaltung müssen zwar von entsprechend ausgebildeten Menschen entwickelt werden. Diese neuen technischen Errungenschaften haben aber das Ziel, weniger Qualifizierte zu ersetzen, um Personalkosten einzusparen.

Vom Trend zu mehr Digitalisierung

Die Automatisierung hat schon längst Einzug in Unternehmen und Firmen gehalten. In vielen Fällen bieten neue technische Errungenschaften eine Erleichterung des Arbeitsalltags und die Möglichkeit, Arbeitsabläufe effektiver zu gestalten. Jedoch stellen sich immer mehr Experten die Frage, welche Auswirkungen diese Entwicklung haben wird. Denn die technische Umwälzung betrifft fast alle Bereiche des Arbeitsmarkts. Laut einer Studie des Instituts Exonomix, die vom Ministerium für Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben wurde, soll der technische Fortschritt in der Zukunft mehr Jobs schaffen, als angenommen. Bei der Befürchtung, dass technische Erneuerungen Arbeitsplätze der mittleren Einkommensklasse gefährden könnten, beantworten die Wissenschaftler der Studie mit einer Absage. Denn Facharbeiter und mittlere Angestellte werden auch in Zukunft, trotz digitaler Erneuerungen, benötigt, da diese hauptsächlich jene Bereiche ersetzen werden, die für eine monotone Arbeit zuständig sind. Somit sind von einer zunehmend digitalen Arbeitswelt vor allem jene Menschen negativ betroffen, die über eine geringe oder keine Qualifizierung verfügen.

Gewinner und Verlierer des Arbeitsmarkts der Zukunft

Durch die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt kann jedoch nicht bestritten werden, dass Jobs wegfallen werden. Laut einer Modellrechnung ist bis 2030 mit einem Wegfall von 400.000 Stellen im Bereich der öffentlichen Verwaltung zu rechnen. Auch für Facharbeiter im Maschinenbau werden Prognosen zufolge in den kommenden 14 Jahren rund 285.000 Jobs rationalisiert. Das Gastgewerbe wird voraussichtlich mit 244.000 weniger Stellen auskommen. Und im Bereich der Metallerzeugung werden um die 169.000 Posten aufgrund neuer technischer Errungenschaften eingespart. Gleichzeitig wird es Einsparungen im Handel und im öffentlichen Dienst geben. Wo jedoch mehr Stellen entstehen werden, ist im Bereich des Gesundheitswesens, insbesondere in Pflege- und Altenheimen. Das liegt vor allem daran, dass die Deutsche Bevölkerung immer älter wird. Zukunftsträchtig sind auch Beraterpositionen und Experten, die Wirtschaftsunternehmen beim digitalen Umbau begleitend zur Seite stehen. Software-Ingenieure haben mit Ihrem Beruf im Zuge der digitalen Entwicklung ebenfalls einen Job, der sie sicherlich nicht arbeitslos werden lässt. Gute Einkommensmöglichkeiten wird es in Zukunft in Verkehrs- und Logistikberufen geben, insbesondere für Höherqualifizierte, jedoch weniger für Busfahrer und Reinigungskräfte. Denn diese Tätigkeiten werden in Zukunft nach und nach von Maschinen übernommen.